Fit mit Retro-Training

Zaubermittel funktionelles Training?

Funktionelles Training ist, so definiert es die Wikipedia, alltagsrelevantes und sportartübergreifendes Trainieren.

Training
Bei fast allen Tätigkeiten im Alltag sind nebst den grossen Muskeln viele kleine Muskeln mit beteiligt, die beispielsweise Rücken und Gelenke stabilisieren. Erst diese viele kleinen Stabilisierungsmskeln sorgen dafür, dass die grossen Muskeln ihre ganze Kraft zielgerichtet entfalten können. Funktionelles Training ist deshalb immer Training von ganzen Muskelgruppen und nicht isoliertes Trainig einzelner Muskeln, wie das typischerweise bei vielen Trainingsmaschinen der Fall ist.

Um das mit einem Bild aus der Praxis zu zeigen:

Die bekannten Bizepscurls trainieren fast ausschliesslich den Bizeps und sind daher nicht funktionell. Wer etwas Schwerees heben will, braucht weit mehr Muskeln als nur den Bizeps.

Wer statt dieser Bizepscurls Klimmzüge im Untergriff macht, trainiert den Bizeps ebenfalls intensiv. Jedoch werden dabei auch die Schulter- und Rückenmuskeln intensiv gefordert. Das Gesamtpaket ist bei dieser Übung stimmig. Klimmzüge sind funktionelle Übungen, wogegen Isolationstraining wie Bizepscurls nicht selten zu muskulären Disbalancen und sogar zu Rücken- und Gelenkproblemen führt.

Funktionell trainieren heisst den Rücken zu stärken

Rückenschmerzen
Rückenprobleme sind typisch für unsere sitzende Lebens- und Arbeitsweise. Bald jeder zweite leidet daran. Aber, und das vergessen viele: "Es sind in 60 bis 70 Prozent der Fälle die Muskeln, welche zu Rückenschmerzen führen." sagt der Orthopäde Prof. Dr. Engler aus Dresden. "Dabei", führt er weiter aus, "sind diese meist nicht überlastet, sondern werden zu wenig gebraucht. Sie verkümmern und können ihrer Haltefunktion nicht mehr nachkommen."

Das Training von Rücken- und Rumpfmuskulatur ist beim funktionellen Training von zentraler Bedeutung und meist "gratis" mit inbegriffen. Die sogenannten Verbund- oder Mehrgelenksübungen des funktionellen Trainings wie die genannten Klimmzüge trainieren fast immer auch die Rumpf- und Rückenmuskulatur mit. Auch Liegestütz beanspruchen nebst der Arm-, Schulter- und Brustmuskulatur ebenfalls die Rumpf- und Rückenmuskeln, ja sogar die Bein- und Fussmuskulatur.

Mit Bewegungen ganze Muskelketten trainieren

Kettlebell-Swing
Funktionelles Training bedeutet also stets das Training ganzer Muskelketten mit sogenannten Mehrgelenksübungen.

Der links gezeigte Kettlebell-Swing ist ein exzellentes Beispiel für eine derartige funktionelle Mehrgelenksübung. Das Schwingen, also Beschleunigen und Abbremsen der nicht selten 24kg oder gar noch schwereren Eisenkugel sowie das Stabilisieren des Körpers gegen die hohen Fliehkräfte, das beansprucht extrem viele Muskeln vom Hals bis zu den Zehen. Zudem bringt das schnelle rhythmische Kontrahieren und wieder Loslassen von derart vielen grossen Muskeln auch den Kreislauf in kürzester Zeit auf volle Touren.

Alle hier auf dieser Webseite vorgestellten Übungen sind derartige Mehrgelenksübungen. Es handelt sich dabei mehrheitlich um Übungen aus einer Zeit, als es noch keine Maschinen gab, die uns sogar das Trainieren im Sitzen und Liegen gestatten. Der Begriff Retro-Training soll genau das andeuten.

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Last Update: 22.12.2016

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